Programm

Mittwoch, 28.09.2022 im Tagungswerk, Lindenstraße 85, 10969 Berlin und im Livestream

Moderation: Andrea Thilo, Journalistin

8:00-9:00

Ankommen & Registrierung

9:00-9:20

Begrüßung
Wieso Energiesicherheit und Klimaschutz kein Widerspruch sind
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Sprecher des Kopernikus-Projektes Ariadne

9:20-9:35

Impuls
Energy transitions in times of crisis: a global perspective
Laura Cozzi, Chief Energy Modeler, Internationale Energieagentur IEA

9:35-9:50

Impuls
Weichenstellungen für die globale Energiewende
Dr. Heike Henn, Unterabteilungsleiterin Klima; Energie; Umwelt und Beauftragte für Klimapolitik und Klimafinanzierung, Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

9:50-10:20

Impulse
Auf den Punkt gebracht: Ergebnisse aus den Kopernikus-Projekten
In kurzen Impulsen stellen die Kopernikus-Projekte bisherige Meilensteine ihrer Forschungsarbeit und wichtige Impulse für die konkrete Umsetzung der Energiewende vor. Sie setzen dabei Schlaglichter auf innovative Technologieansätze in den Demonstrationsphasen und diskutieren Herausforderungen für die Transformation.

10:20-10:50

Kaffeepause

10:50-11:50

Podiumsdiskussion
Zeitenwende für das Energiesystem: Versorgungssicherheit, Defossilisierung und erneuerbare Energien
Deutschland steht vor zwei großen energiepolitischen Herausforderungen: ein drohender Gasmangel gefährdet nicht nur massiv die Versorgungssicherheit und damit den Lebens- und Wirtschaftsstandort Deutschland, sondern ändert auch die Ausgangslage unserer Anstrengungen, bis zur Mitte des Jahrhunderts ein klimaneutrales Energiesystem zu etablieren. Welche Schritte müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam mit der Wissenschaft jetzt gehen, um Energiesicherheit zu gewährleisten und die Transformation zu beschleunigen? Welche Rahmenbedingungen müssen dafür jetzt geschaffen werden?

11:50-12:45

Podiumsdiskussion
Technologien zur Beschleunigung der Energiewende
Bei der schnellen Umsetzung der Energiewende kommt es auch auf den Einsatz innovativer Technologien an. Sie sind Bausteine eines klimaneutralen Energiesystems und können helfen, die Transformation zu beschleunigen. Welchen Beitrag können die Erkenntnisse und Erfahrungen der Kopernikus-Projekte SynErgie, P2X und ENSURE dabei leisten? Was ist für die Marktreife und Skalierung dieser innovativen Technologien nötig?

12:45-14:00

Mittagspause

Neue Herausforderungen durch die Energiepreiskrise: Ins Gespräch kommen in parallelen Sessions
In parallel stattfindenden Diskussionsrunden diskutieren Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft gemeinsam mit dem Plenum zu Veränderungen in Industrie, Technologien, Systemen und strukturellen Herausforderungen der Energiewende. Forschende aus den Kopernikus-Projekten geben dazu kurze Eingangsimpulse.

14:00-15:30

Klimaneutrale Industrie: Wege zur Transformation

Die Energiepreisentwicklung zwingt Unternehmen zu drastischen Einsparungen, stellt aber auch die Weichen für die Transformation. Welche Maßnahmen sind jetzt nötig, um die Industrie weiter bei der Dekarbonisierung zu unterstützen? Wie muss sich das produzierende Gewerbe strukturell verändern, um dauerhaft wettbewerbsfähig bleiben und klimaneutral werden zu können?

Wasserstoff in der Energiewende

Die Gaskrise zeigt einmal mehr, mit welchen Unwägbarkeiten die Entwicklung einer Wasserstoffwirtschaft verknüpft ist. Der Hochlauf eines Marktes für grünen Wasserstoff muss unter veränderten Bedingungen stattfinden, als dies bislang von Akteuren angenommen wurde. Eine politische Strategie, die auf unvorhergesehene Entwicklungen reagieren kann, ist notwendig Wasserstoff-ExpertInnen diskutieren, worauf es dabei jetzt ankommt.

Ambitionierte Ziele für Europa: Den Green Deal beschleunigen

Der europäische Green Deal zahlt nicht nur auf die Ziele des Klimaschutzes ein, sondern wirkt auch auf ein unabhängigeres Europa hin. Worauf kommt es bei der Umsetzung des Fit-for-55-Pakets jetzt an? Wie kann der Green Deal eine Energieunion befördern? Und welche Rolle spielt Deutschland im Zusammenspiel mit den Mitgliedstaaten?

Handlungsoptionen für ein klimaneutrales Energiesystem 

Entlang eines gemeinsamen Überblickspapiers aus dem Kopernikus-Projekt diskutieren die Fachleute mit Industrie- und Wirtschaftsvertretenden regulatorische Handlungsoptionen für das Gelingen der Energiewende – vom EU-Emissionshandel über Steuern und Umlagen bis hin zu Strommarktdesign und Flexibilisierung.

15:30-16:00

Kaffeepause

16:00-16:10

Keynote (als Videobotschaft)
Forschung als Treiber der Energiewende
Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung

16:10-17:00

Diskussion
Weichenstellungen der Forschungs- und Innovationspolitik im Bereich Energiewende

17:00-18:00

BürgerInnen im Gespräch mit der Wissenschaft
(ausgewählter geschlossener Teilnehmendenkreis)

Bürgerinnen und Bürger aus der Ariadne-Bürgerdeliberation treffen auf Forscherinnen und Forscher und diskutieren zur Energiewende.

Donnerstag, 29.09.2022 – virtuelle Veranstaltung mit Diskussionen in Zoom

Moderation: Falko Leukhardt,  Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, Kopernikus-Projekt Ariadne

09:00-09:15

Begrüßung im virtuellen Plenum
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Sprecher des Kopernikus-Projekts Ariadne

09:15-10:30

Parallele Sessions I

SynErgie

Sechs Jahre Energieflexible Modellregion Augsburg – Lessons Learned und zukünftige Herausforderungen 

In der Energieflexiblen Modellregion Augsburg werden die in SynErgie erarbeiteten Lösungen für energieflexible Fabriken umgesetzt und validiert sowie der Transfer auf weitere Regionen analysiert. Nach sechs Jahren Projektarbeit und einem erfolgreichen konzeptionellen Testbetrieb des lokalen Energieflexibilitätshandels ziehen die Stakeholder Bilanz: Lessons Learned als Basis für die Übertragung auf weitere Regionen in Deutschland und zukünftige Herausforderungen bei der Realisierung energieflexibler Fabriken und Regionen.

P2X

Umstellung der Rohstoffbasis in der chemischen Industrie 

Das Erreichen der Klimaneutralität erfordert eine Transformation der chemischen Industrie und deren Rohstoffbasis. Losgelöst von der aktuellen Gasknappheit sollen in dieser Session technologische und prozesstechnische Möglichkeiten diskutiert werden, die Rohstoffbasis der chemischen Industrie, auch im Rahmen einer Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft, zu transformieren. Technologien und Wertschöpfungsketten aus Kopernikus P2X können hier einen relevanten Beitrag leisten; beispielsweise im Bereich der Kunststoffe oder über Power-to-Liquid-Produkte.

ENSURE

Netze für Energiewende und Versorgungssicherheit

Das Stromnetz ist das Rückgrat unseres Energiesystems und nimmt eine Schlüsselrolle bei der Integration innovativer Technologien zur Erzeugung und Speicherung Erneuerbarer Energie ein. Nicht nur die geplante Beschleunigung der Energiewende stellt dabei eine große Herausforderung dar, sondern auch die Gewährleistung eines sicheren Netzbetriebs in der aktuellen Lage und in naher Zukunft. Expertinnen und Experten aus ENSURE diskutieren dazu in dieser Session ausgewählte Lösungsbausteine.

ARIADNE

Klimaschutz und Energiesouveränität: Transformationsszenarien im Zeichen der Energiekrise

Europa macht bisher geringe Fortschritte beim Gassparen und gleichzeitig bewahrheitet sich die Befürchtung eines russischen Gaslieferstopps – somit verschärft sich die europäische Energiekrise zunehmend. Vor diesem Hintergrund diskutieren wir aktuelle Forschungsergebnisse rund um die folgenden Fragen:

Wie wird sich der Gasmarkt mittelfristig aus der Krise heraus entwickeln und was bedeutet das für Energiepreise und Energieangebot? Wie können Deutschland und Europa die Energiekrise überstehen, ohne die Klimaziele 2030 über Bord zu werfen? Welche Synergien ergeben sich aus Energiesouveränität und Energiewende, welche Lock-in Effekte gilt es zu vermeiden? Mit welchen Weichenstellungen und Maßnahmen kann die Politik es ermöglichen, die Energiekrise zu überwinden und den Klimaschutz zu stärken?

10:30-10:45

Pause

10:45-12:00

Parallele Sessions II

Neue Perspektiven in der Energiewende-Forschung: Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der Transformation

Gut angelegte gesellschaftliche Beteiligung kann sowohl die Qualität als auch die Legitimität von Forschung und Forschungspolitik an der Schnittstelle zur Politik unterstützen. Was verändert sich dabei für BürgerInnen, die an Forschungsprojekten teilnehmen? Was verändert sich für Forschende, die mit BürgerInnen interagieren, und was verändert sich für die Politik, die von Wissenschaft und BürgerInnen beraten wird? PraktikerInnen aus der Bürgerbeteiligung gehen in dieser Session auf bisherige Ansätze und Erfahrungen aus der Forschung und Forschungspolitik ein und diskutieren Herausforderungen und Chancen.

Wasserstoffimportsicherheit
Zur Sicherstellung der Gasversorgung in der Energiekrise setzt die Politik u.a. auf Importe von Flüssiggas. Um die Klimaziele zu erreichen, muss die mittel- und langfristige Importsicherheit jedoch beim grünen Wasserstoff anstatt bei fossilen Energien gewährleistet werden. Dafür bedarf es einer Betrachtung der systemischen Zusammenhänge rund um den Import von Wasserstoff und seiner Folgeprodukte. Dieses Podium diskutiert Risiken für den Wasserstoffimport und Strategieansätze zur Sicherung des zukünftigen Importbedarfs.

Klimaschutz im Verkehr: Verbrennerausstieg, E-Fuels und Elektromobilität

Die Antriebswende ist das zentrale Element zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor und somit zur langfristigen Klimaneutralität. Neben der E-Mobilität stellt sich die Frage nach der Verwendung von E-Fuels für verschiedene Verkehrsträger. Vertreterinnen und Vertreter der Kopernikusprojekte diskutieren in diesem Podium Bedarf, Angebotspotentiale und -barrieren von E-Fuels im Verkehr.

Den rechtlichen Rahmen gestalten: Instrumentenmix für Energiewende und Klimaneutralität

Wenn wir darüber diskutieren, wie Klimaschutz gelingen kann, dreht sich schnell alles um die Frage nach den richtigen Instrumenten. Mindestens ebenso wichtig ist aber die vorgelagerte Frage, wie wir zu diesen Instrumenten kommen; wie wir im Mehrebenensystem aus Europäischer Union, Bund, Ländern und Kommunen Entscheidungen treffen. Welche Zuständigkeiten und Verfahren gibt es? Sind diese geeignet, um effektiven Klimaschutz und Effizienz zu gewährleisten?

Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Transformation in allen Lebenssachverhalten und damit auch allen Politikfeldern tiefgreifende Änderungsnotwendigkeiten mit sich bringt. Wie sehen die Instrumente aus, die diese Änderungen steuern? Sind andere Entscheidungsprozesse erforderlich und wie könnten diese aussehen? Welche Erwartungshaltung haben die Normadressaten – von den BürgerInnen bis hin zur Industrie – an die Vorhersehbarkeit von Veränderungen? Und wie leistungsfähig ist dieser Rahmen bei Extremsituationen wie dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine und dem damit ausgelösten Energie(preis)schock?

Mit dem Bundes-Klimaschutzgesetz, den Klimaschutzgesetzen in den Ländern und kommunalen Klimaschutzkonzepten sowie dem EU-Klimagesetz und der Governance-Verordnung hat sich ein immer dichterer prozeduraler Rahmen entwickelt, der diese Prozesse steuern soll. Gleichzeitig wird diskutiert, diesen Rahmen zu ändern. Gleiches gilt für den Instrumentenverbund: EU-Green Deal, Oster- und Sommerpaket sind hier Stichpunkte für die vielfältigen Weiterentwicklungsansätze.

Die Ausprägungen der heutigen Klimaschutz-Governance, deren Stärken und Schwächen sowie Erwartungshaltungen und Reformperspektiven wollen wir gemeinsam diskutieren.

12:00-12:15

Abschluss im virtuellen Plenum

*wurde angefragt